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Erstellt von Julia am 4. Januar 2018, um 14:43 Uhr

Aus Tiroler Dialektarchiv

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==='''Da strauche(lts) mich …'''===
 
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Verwendet man eine der beiden geläufigsten Bezeichnungen, ''Strauche/Strauk(e)'' oder ''Katarrh'', dann ist es ein Leichtes, in Gesamttirol verstanden zu werden, zumal sich die Verbreitungsgebiete dieser Wörter vor allem in Westtirol überlappen. Die gängigere Variante von beiden ist jedoch ''Strauche/Strauk(e)''. Dieser Ausdruck fehlt in einigen Teilen des Tiroler Oberlands und des Außerfern. Die wenigen Varianten, die es gibt, unterscheiden sich vor allem in der Aussprache voneinander. So sagt man [[SSW 537|mancherorts ''Strau'''ke''''' oder ''Strau'''k''''', anderenorts aber wiederum ''Strau'''che''''']]. Es kann zum einen auf althochdeutsch ''strūhhōn'' ‚straucheln‘ zurückgeführt werden. Demnach wäre der Schnupfen also eine Krankheit, die jemanden straucheln lässt. Zum anderen nimmt man eine Entlehnung aus dem Slawischen an. Die Bedeutung des zugrundeliegenden slawischen Wortes kann man mit ‚Bach, Rinne, Rinnsal‘ umreißen. Zudem wird vermutet, dass das Wort lautmalerisch sein könnte. Das heißt, der Klang der heute als ''Strauche/Strauk(e)'' bekannten Wörter sollte eine raue Stimme oder Ähnliches imitieren.<ref>DWB, Bd. 1, sp 1376</ref>
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Verwendet man eine der beiden geläufigsten Bezeichnungen, ''Strauche/Strauk(e)'' oder ''Katarrh'', dann ist es ein Leichtes, in Gesamttirol verstanden zu werden, zumal sich die Verbreitungsgebiete dieser Wörter vor allem in Westtirol überlappen. Die gängigere Variante von beiden ist jedoch ''Strauche/Strauk(e)''. Dieser Ausdruck fehlt in einigen Teilen des Tiroler Oberlands und des Außerfern. Die wenigen Varianten, die es gibt, unterscheiden sich vor allem in der Aussprache voneinander. So sagt man [[SSW 537|mancherorts ''Strau'''ke''''' oder ''Strau'''k''''', anderenorts aber wiederum ''Strau'''che''''']]. Es kann zum einen auf althochdeutsch ''strūhhōn'' ‚straucheln‘ zurückgeführt werden. Demnach wäre der Schnupfen also eine Krankheit, die jemanden straucheln lässt. Zum anderen nimmt man eine Entlehnung aus dem Slawischen an. Die Bedeutung des zugrundeliegenden slawischen Wortes kann man mit ‚Bach, Rinne, Rinnsal‘ umreißen. Zudem wird vermutet, dass das Wort lautmalerisch sein könnte. Das heißt, der Klang der heute als ''Strauche/Strauk(e)'' bekannten Wörter sollte eine raue Stimme oder Ähnliches imitieren.<ref>[DWB, Bd. 19, Sp. 976–980 | Adelung, Bd. 4, Sp. 427]</ref>
  
 
==='''Ein(e/n) Katarrh haben …'''===
 
==='''Ein(e/n) Katarrh haben …'''===
''Katarrh'' wurde erst später Teil des dialektalen Wortschatzes. Es handelt sich um eine Bezeichnung aus der medizinischen Fachsprache, der das altgriechische ''katárrhous'' ‚herunterfließen‘ zugrunde liegt. Das Wort ''Katarrh'' hat vor allem ''Strauche/Strauk(e)'' im Tiroler Oberland und im Außerfern verdrängt bzw. ergänzt. Die ursprüngliche Betonung auf der zweiten Silbe blieb erhalten, das Geschlecht ist jedoch keineswegs konstant. So finden sich Formen, die auf '''''der''''' ''Katáar'', '''''die''''' ''Katáar'' und '''''das''''' ''Katáar'' lauten. In vielen Belegen wurde zudem am Ende der ersten Silbe ein zusätzliches ''r'' eingefügt, was zu Varianten wie ''Ke'''r'''dáar'' oder ''Ka'''r'''táar'' führt. Im Außerfern kommen diese selten, in Osttirol gar nicht vor.
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''Katarrh'' wurde erst später Teil des dialektalen Wortschatzes. Es handelt sich um eine Bezeichnung aus der medizinischen Fachsprache, der das altgriechische ''katárrhous'' ‚herunterfließen‘ zugrunde liegt.<ref>[DWB, Bd. 11, Sp. 273 | Kluge, S. 477]</ref> Das Wort ''Katarrh'' hat vor allem ''Strauche/Strauk(e)'' im Tiroler Oberland und im Außerfern verdrängt bzw. ergänzt. Die ursprüngliche Betonung auf der zweiten Silbe blieb erhalten, das Geschlecht ist jedoch keineswegs konstant. So finden sich Formen, die auf '''''der''''' ''Katáar'', '''''die''''' ''Katáar'' und '''''das''''' ''Katáar'' lauten. In vielen Belegen wurde zudem am Ende der ersten Silbe ein zusätzliches ''r'' eingefügt, was zu Varianten wie ''Ke'''r'''dáar'' oder ''Ka'''r'''táar'' führt. Im Außerfern kommen diese selten, in Osttirol gar nicht vor.
  
 
==='''Für jedermann verständlich: Schnupfen'''===
 
==='''Für jedermann verständlich: Schnupfen'''===
In ganz Tirol gebräuchlich und damit regional nicht konkret lokalisierbar ist das standarddeutsche [[SSW 538|''Schnupfen'', das abgewandelt auch als ''verschnupft sein'' oder ''Schnupfer'']] auftritt. Auffällig ist auch hier, dass das Geschlecht von ''Schnupfen'' nicht allerorts gleich ist, es wechselt zwischen männlich, '''''der''''' ''Schnupfen'', und weiblich, '''''die''''' ''Schnupfe''. Ihnen gemeinsam ist jedoch die nachweisliche Verwandtschaft mit den Verben ''schnauben'', ''schnaufen''. Eine Sonderform liegt für Thaur vor, ''Schnupfen'' und ''Strauche/Strauk(e)'' hier sind, so lässt sich vermuten, zu einer Bezeichnung, dem ''Strupfen'', verschmolzen.
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In ganz Tirol gebräuchlich und damit regional nicht konkret lokalisierbar ist das standarddeutsche [[SSW 538|''Schnupfen'', das abgewandelt auch als ''verschnupft sein'' oder ''Schnupfer'']] auftritt. Auffällig ist auch hier, dass das Geschlecht von ''Schnupfen'' nicht allerorts gleich ist, es wechselt zwischen männlich, '''''der''''' ''Schnupfen'', und weiblich, '''''die''''' ''Schnupfe''. Ihnen gemeinsam ist jedoch die nachweisliche Verwandtschaft mit den Verben ''schnauben'', ''schnaufen''.<ref>[DWB, Bd. 15, Sp. 1387–1388 | Adelung, Bd. 3, Sp. 1609–1610]</ref> Eine Sonderform liegt für Thaur vor, ''Schnupfen'' und ''Strauche/Strauk(e)'' hier sind, so lässt sich vermuten, zu einer Bezeichnung, dem ''Strupfen'', verschmolzen.
  
 
==='''Lautmalerisch angehaucht'''===
 
==='''Lautmalerisch angehaucht'''===
Auch im Virgental in Osttirol erkrankt man nicht einfach am Schnupfen, sondern bekommt [[SSW 540|die ''Pfnause'' oder den ''Pfnaus'']], was auf das mittelhochdeutsche Verb ''phnûsen'' zurückgeht und ‚schnauben, niesen‘ bedeutet.   
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Auch im Virgental in Osttirol erkrankt man nicht einfach am Schnupfen, sondern bekommt [[SSW 540|die ''Pfnause'' oder den ''Pfnaus'']], was auf das mittelhochdeutsche Verb ''phnûsen'' zurückgeht und ‚schnauben, niesen‘ bedeutet.<ref>[DWB, Bd. 13, Sp. 1786 | Lexer, Bd. 2, Sp. 260]</ref>  
  
 
==='''Sucht und suchtig, nicht Sucht und süchtig'''===
 
==='''Sucht und suchtig, nicht Sucht und süchtig'''===
Gänzlich anders sieht es ganz im Osten Nordtirols an der Grenze zu Salzburg aus. Dort hat derjenige, der am Schnupfen erkrankt ist, die ''Sucht''. Eine Bezeichnung, die ursprünglich nichts anderes als ‚Krankheit‘ bedeutete, die nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufen wurde. Während das Wort ''Sucht'' zeitweise beinahe gänzlich aus der Schriftsprache verschwunden war und sich nur noch in Formen wie ''Gelbsucht'' hielt, wandelte sich seine Bedeutung im Standarddeutschen: Dort verstand man irgendwann darunter ‚Abhängigkeit‘ wie das heute für die Wörter ''Alkoholsucht'' und ''Spielsucht'' gilt. Die in Tirol gebrauchte Variante geht jedoch noch auf den Ursprungssinn ‚Krankheit‘ zurück, wobei hier aber ein recht spezifisches Krankheitsbild gemeint ist.  
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Gänzlich anders sieht es ganz im Osten Nordtirols an der Grenze zu Salzburg aus. Dort hat derjenige, der am Schnupfen erkrankt ist, die ''Sucht''. Eine Bezeichnung, die ursprünglich nichts anderes als ‚Krankheit‘ bedeutete, die nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufen wurde. Während das Wort ''Sucht'' zeitweise beinahe gänzlich aus der Schriftsprache verschwunden war und sich nur noch in Formen wie ''Gelbsucht'' hielt, wandelte sich seine Bedeutung im Standarddeutschen: Dort verstand man irgendwann darunter ‚Abhängigkeit‘, wie das heute für die Wörter ''Alkoholsucht'' und ''Spielsucht'' gilt. Die in Tirol gebrauchte Variante geht jedoch noch auf den Ursprungssinn ‚Krankheit‘ zurück, wobei hier aber ein recht spezifisches Krankheitsbild gemeint ist.<ref>[DWB, Bd. 20, Sp. 859–867 | Pfeifer, S. 1393]</ref>
 
   
 
   
 
==='''Ursache, betroffenes Organ und Resultat zugleich'''===
 
==='''Ursache, betroffenes Organ und Resultat zugleich'''===
Weniger abstrakt und symptomnäher fallen die ''Rotze'', die ''Schnuder'' und die ''Tropfetze'' aus. Die ersten zwei Wörter stehen in deutlichem Zusammenhang mit dem Sekret, das beim Schnupfen die Nase blockiert, wobei Erkrankung und Symptom lediglich durch das Geschlecht ('''''der''''' ''Rotz'', '''''der''''' ''Schnuder'') voneinander unterschieden werden. Sie können aber auch Ausdrücke für die Nase im Allgemeinen sein. Diese Bedeutung ist aber für Tirol nicht belegt. ''Tropfetze'' bezieht sich hingegen auf den Umstand, dass die Nase ständig tropft und läuft. Man vergleiche Verben, die auf ''-etzen'' enden.
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Weniger abstrakt und symptomnäher fallen die ''Rotze'', die ''Schnuder'' und die ''Tropfetze'' aus. Die ersten zwei Wörter stehen in deutlichem Zusammenhang mit dem Sekret, das beim Schnupfen die Nase blockiert, wobei Erkrankung und Symptom lediglich durch das Geschlecht ('''''der''''' ''Rotz'', '''''der''''' ''Schnuder'') voneinander unterschieden werden. Sie können aber auch Ausdrücke für die Nase im Allgemeinen sein. Diese Bedeutung ist aber für Tirol nicht belegt.<ref>[DWB, Bd. 14, Sp. 1327 und Bd. 15, Sp. 1383–1384]</ref> ''Tropfetze'' bezieht sich hingegen auf den Umstand, dass die Nase ständig tropft und läuft. Man vergleiche andere Verben, die auf ''-etzen'' enden.
  
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Aktuelle Version vom 1. April 2019, 10:03 Uhr

Bedeutung Schnupfen
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Ein unliebsamer Gast, egal zu welcher Jahreszeit: der Schnupfen
Zieht man sich in Tirol jene Krankheit zu, deren untrügliches Zeichen eine verstopfte Nase ist, bieten die Tiroler Dialekte zahlreiche Möglichkeiten, dieses Übel zu benennen.

Da strauche(lts) mich …

Verwendet man eine der beiden geläufigsten Bezeichnungen, Strauche/Strauk(e) oder Katarrh, dann ist es ein Leichtes, in Gesamttirol verstanden zu werden, zumal sich die Verbreitungsgebiete dieser Wörter vor allem in Westtirol überlappen. Die gängigere Variante von beiden ist jedoch Strauche/Strauk(e). Dieser Ausdruck fehlt in einigen Teilen des Tiroler Oberlands und des Außerfern. Die wenigen Varianten, die es gibt, unterscheiden sich vor allem in der Aussprache voneinander. So sagt man mancherorts Strauke oder Strauk, anderenorts aber wiederum Strauche. Es kann zum einen auf althochdeutschDie älteste, schriftlich nachweisbare Vorstufe der heutigen deutschen Sprache. Die althochdeutsche Zeit reicht vom Beginn der schriftlichen Überlieferung (6./7. Jahrhundert n.Chr.) bis Mitte/Ende des 11. Jahrhunderts n.Chr. strūhhōn ‚straucheln‘ zurückgeführt werden. Demnach wäre der Schnupfen also eine Krankheit, die jemanden straucheln lässt. Zum anderen nimmt man eine Entlehnung aus dem Slawischen an. Die Bedeutung des zugrundeliegenden slawischen Wortes kann man mit ‚Bach, Rinne, Rinnsal‘ umreißen. Zudem wird vermutet, dass das Wort lautmalerisch sein könnte. Das heißt, der Klang der heute als Strauche/Strauk(e) bekannten Wörter sollte eine raue Stimme oder Ähnliches imitieren.[1]

Ein(e/n) Katarrh haben …

Katarrh wurde erst später Teil des dialektalen Wortschatzes. Es handelt sich um eine Bezeichnung aus der medizinischen Fachsprache, der das altgriechische katárrhous ‚herunterfließen‘ zugrunde liegt.[2] Das Wort Katarrh hat vor allem Strauche/Strauk(e) im Tiroler Oberland und im Außerfern verdrängt bzw. ergänzt. Die ursprüngliche Betonung auf der zweiten Silbe blieb erhalten, das Geschlecht ist jedoch keineswegs konstant. So finden sich Formen, die auf der Katáar, die Katáar und das Katáar lauten. In vielen Belegen wurde zudem am Ende der ersten Silbe ein zusätzliches r eingefügt, was zu Varianten wie Kerdáar oder Kartáar führt. Im Außerfern kommen diese selten, in Osttirol gar nicht vor.

Für jedermann verständlich: Schnupfen

In ganz Tirol gebräuchlich und damit regional nicht konkret lokalisierbar ist das standarddeutsche Schnupfen, das abgewandelt auch als verschnupft sein oder Schnupfer auftritt. Auffällig ist auch hier, dass das Geschlecht von Schnupfen nicht allerorts gleich ist, es wechselt zwischen männlich, der Schnupfen, und weiblich, die Schnupfe. Ihnen gemeinsam ist jedoch die nachweisliche Verwandtschaft mit den Verben schnauben, schnaufen.[3] Eine Sonderform liegt für Thaur vor, Schnupfen und Strauche/Strauk(e) hier sind, so lässt sich vermuten, zu einer Bezeichnung, dem Strupfen, verschmolzen.

Lautmalerisch angehaucht

Auch im Virgental in Osttirol erkrankt man nicht einfach am Schnupfen, sondern bekommt die Pfnause oder den Pfnaus, was auf das mittelhochdeutsche Verb phnûsen zurückgeht und ‚schnauben, niesen‘ bedeutet.[4]

Sucht und suchtig, nicht Sucht und süchtig

Gänzlich anders sieht es ganz im Osten Nordtirols an der Grenze zu Salzburg aus. Dort hat derjenige, der am Schnupfen erkrankt ist, die Sucht. Eine Bezeichnung, die ursprünglich nichts anderes als ‚Krankheit‘ bedeutete, die nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufen wurde. Während das Wort Sucht zeitweise beinahe gänzlich aus der Schriftsprachesiehe Standarddeutsch verschwunden war und sich nur noch in Formen wie Gelbsucht hielt, wandelte sich seine Bedeutung im Standarddeutschen: Dort verstand man irgendwann darunter ‚Abhängigkeit‘, wie das heute für die Wörter Alkoholsucht und Spielsucht gilt. Die in Tirol gebrauchte Variante geht jedoch noch auf den Ursprungssinn ‚Krankheit‘ zurück, wobei hier aber ein recht spezifisches Krankheitsbild gemeint ist.[5]

Ursache, betroffenes Organ und Resultat zugleich

Weniger abstrakt und symptomnäher fallen die Rotze, die Schnuder und die Tropfetze aus. Die ersten zwei Wörter stehen in deutlichem Zusammenhang mit dem Sekret, das beim Schnupfen die Nase blockiert, wobei Erkrankung und Symptom lediglich durch das Geschlecht (der Rotz, der Schnuder) voneinander unterschieden werden. Sie können aber auch Ausdrücke für die Nase im Allgemeinen sein. Diese Bedeutung ist aber für Tirol nicht belegt.[6]Tropfetze bezieht sich hingegen auf den Umstand, dass die Nase ständig tropft und läuft. Man vergleiche andere Verben, die auf -etzenGruppe von Verben, die in den bairischen Dialekten noch sehr lebendig ist. Es handelt sich um iterative Verben, d.h. sie drücken eine sich öfters wiederholende Handlung aus. Ein Beispiel dafür wäre etwa ''tropfetzen'' für ''tröpfeln''. enden.

Karte/Kartentext: Julia Baumgartner

Literatur
  1. [DWBGrimm, Jacob/Grimm, Wilhelm (1854–1961): Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16. Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig: S. Hirzel., Bd. 19, Sp. 976–980 | AdelungAdelung, Johann Christoph (1811): Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart. Wien: Bauer., Bd. 4, Sp. 427]
  2. [DWB, Bd. 11, Sp. 273 | KlugeKluge, Friedrich (2002): Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Kluge. Bearb. von Elmar Seebold. 24., durchges. und erw. Aufl. Berlin/New York: de Gruyter., S. 477]
  3. [DWB, Bd. 15, Sp. 1387–1388 | Adelung, Bd. 3, Sp. 1609–1610]
  4. [DWB, Bd. 13, Sp. 1786 | LexerLexer, Matthias (1872–1878): Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. 3 Bde. Leipzig: S. Hirzel., Bd. 2, Sp. 260]
  5. [DWB, Bd. 20, Sp. 859–867 | PfeiferPfeifer, Wolfgang (2005): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Ungekürzte, durchges. Ausg.; 8. Aufl. München: Dt. Taschenbuch-Verl., S. 1393]
  6. [DWB, Bd. 14, Sp. 1327 und Bd. 15, Sp. 1383–1384]
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