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Erstellt von Julia am 18. Dezember 2017, um 15:00 Uhr

Aus Tiroler Dialektarchiv

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Aktuelle Version vom 6. Juni 2018, 12:13 Uhr

Bedeutung da würde ich mich fürchten
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Die Belege gelten nur für den Erhebungszeitraum.
Angst und bange sein
Auch unerschütterliche Tiroler haben vor so manchem Angst. Der Gedanke an eine angsterfüllende Situation oder ein haarsträubendes Ereignis wird dann mit Folgendem kommentiert: da würde/täte ich MICH fürchten. Dass in Tirol auch eine zweite zulässige Variante des obigen Satzes gibt, zeigt unsere Karte, in der auch noch da würde/täte ich MIR fürchten vorkommt. Na, die Unstimmigkeit gefunden? Ein kleiner, aber feiner Unterschied, der im Standarddeutschen das Urteil über richtig oder falsch fällt, in den Tiroler Dialekten aber legitim ist.[1]

Da würde ich mich fürchten

Wer von der zweiten Variante mit mir noch nie etwas gehört hat, geschweige denn sie verwendet, befindet sich in außerordentlich guter Gesellschaft. Der Großteil der Tiroler setzt jene Variante mit mich ein. Hier verlangt das Verb fürchten den Akkusativ – also in diesem Fall ganz konkret ein mich – wie es auch in der StandardspracheBezeichnung für eine Sprache, die überregionale Gültigkeit besitzt, in vielen Kontexten sozialer Interaktion akzeptiert und erwünscht ist und mittels eines Regelwerks normiert ist. Im deutschen Sprachraum wird sie gemeinhin auch mit Hochdeutsch oder im wissenschaftlichen Kontext mit Standarddeutsch gleichgesetzt. der Fall ist.

Da würde ich mir fürchten

Manchen geht jene Form mit mir nur schwer über die Lippen, dennoch gibt es einige Gemeinden über ganz Tirol verteilt, in denen die Bewohner diese Variante bevorzugen. Nur in Osttirol findet man im Gegensatz zu den anderen sprachlichen Räumen das mir seltener in dieser Phrase. Hier erfordert das Verb fürchten (Valenz) im Gegensatz zum Standarddeutschen den Dativ, was mit mir erfüllt ist.

Mir und mich mit Geschichte

Historisch belegt sind beide Varianten, denn schon im Mittelhochdeutschen konnte diese Wendung mit mir oder mich gebildet werden. Diese nebeneinander laufende Verwendung dauerte bis ins 17. Jahrhundert - und somit bis ins Neuhochdeutsche - an. Man nennt dieses mir auch den reflexiven Dativ. Während die Verwendung von mir in der Schriftsprachesiehe Standarddeutsch zurückgedrängt wurde, findet man sie, wie sich gezeigt hat, im Mündlichen auch noch in der Gegenwart.[2]

Interessant erscheint es auch, dass es bei dieser Karte kaum Doppelbelege gibt – entweder man verwendet mich oder mir, was eine regelrechte Grundsatzfrage zu sein scheint. Unklar bleibt natürlich, inwieweit die Verteilung der Formen in Tirol und auch das gewählte Pronomen von der konkreten Fragestellung des Explorators beeinflusst wurden.

Karte/Kartentext: Julia Baumgartner

Literatur
  1. [SchatzSchatz, Josef (1993) (1955–1956): Wörterbuch der Tiroler Mundarten. Für den Druck vorbereitet von Karl Finsterwalder. Unveränderter Nachdruck der Ausgaben von 1955 und 1956. 2 Bde. Innsbruck: Universitätsverlag Wagner (= Schlern-Schriften 119–120)., S. 196]
  2. [DWBGrimm, Jacob/Grimm, Wilhelm (1854–1961): Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16. Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig: S. Hirzel., Bd. 4, Sp.702–703 | LexerLexer, Matthias (1872–1878): Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. 3 Bde. Leipzig: S. Hirzel., Bd. 3, Sp. 600]
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